Neue Wege der Entwöhnung!
Im neuen Buch des Mediziners Siegfried Meryn und des Journalisten Christian Skalnik werden zahlreiche medizinische Studien und Gesundheitstipps zusammengefasst und kritisch kommentiert. "Gesunde Jahre zählen doppelt", meint der Internist Siegfried Meryn. Doch wie viel davon hat jede und jeder selbst in der Hand? Meryn im Gespräch mit science.ORF.at: "Wir wissen aus der Genetik, dass maximal 30 Prozent und in ganz seltenen Fällen maximal bis zu 50 Prozent genetisch determiniert sind. Alles andere ist unsere Umwelt und unsere Lebensweise."
Und lediglich zehn bis 20 Prozent der gewonnenen Lebenserwartung seien auf die Kunst der Medizin zurückzuführen.
Die Studie "Nicotine activates TRPM5-dependent and independent taste pathways" von Albino J. Oliveira-Maia et al. ist in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" (20. Jänner 2009, DOI: 10.1073/pnas.0810184106) erschienen.
Laut den Wissenschaftlern bedeutet dies, dass Medikamente zur Bekämpfung der Nikotinsucht entwickelt werden könnten, die sich lokal auf der Zunge anwenden ließen. Sie könnten größtenteils frei von den Nebenwirkungen der bisher üblichen Mittel sein.
Neue Wege aus der Tabaksucht
Bisher benutzte Medikamente hätten neben Nebenwirkungen wie etwa Depressionen auch geringe langfristige Erfolgsraten von etwa 20 Prozent. Die Entdeckung der Nikotin-Rezeptoren auf der Zunge eröffne eine "zweite Angriffsfront" für Therapien gegen das Rauchen.
Die Zahl der Raucher in den Industriestaaten nimmt nur langsam ab, in den Entwicklungsländern steigt sie sogar, so die Forscher.
Fünf Millionen Tote jährlich
Nach Angaben der Wissenschaftler sterben weltweit jährlich mehr als fünf Millionen Menschen infolge von Tabakkonsum. Dabei sei ein großer Teil der Raucher gewillt, den Tabakkonsum aufzugeben.
